
Die Hundetrainerin Fleischmann
Johanna Fleischmann
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Ich fahre nach einem Hundetraining durch eine Kleinstadt. Wir haben im Schatten etwa 28 Grad. Und dann sehe ich im Vorbeifahren auf dem Bürgersteig in der prallen Sonne zwei Menschen mit je einer französischen Bulldogge an der Leine laufen.
Bevor ich um die nächste Kurve biege, sehe ich wenige Sekunden das ganze Leid dieser Rasse und dieser beiden Individuen: Sie ringen röchelnd und schnaufend nach Luft!
Beide Hunde ziehen extrem an der Leine. Vielleicht versuchen sie instinktiv dem nahenden Hitzschlag oder Erstickungstod davon zu laufen?
Ich frage mich, weshalb Menschen, die mit Hunden aus Qualzuchten zusammenleben, so uninformiert, gedankenlos oder gar herzlos sein können, dass sie ihre Hunde in Situationen bringen, in denen diese nicht nur das alltägliche Maß an Leid erleben, sondern sogar Gefahr laufen zu sterben.
Zum Thema Qualzucht empfehle ich sehr die Website des Qualzucht-Evidenz Netzwerks, in dem unglaublich viele Informationen zu einzelnen Rassen und speziellen Qualzuchtmerkmalen zu finden sind.
1. Wir dürfen geduldiger sein
Oft erwarten wir von unseren Hunden viel zu schnell viel zu viel. Wenn unser Hund erst wenige Wochen bei uns wohnt, dann ist er noch in der Eingewöhnung. Je nach Hundepersönlichkeit, nach Vorerfahrung und Alter braucht er noch Zeit zum Ankommen und Zeit, um sich zu orientieren. Sein Nervensystem muss sich wahrscheinlich erst beruhigen, um entspannen zu können. Wir dürfen dem Hund diese Zeit geben. Und vor allem auch die nötige Orientierung und Sicherheit, damit er ankommen kann.
2. Wir dürfen uns Unterstützung holen, bevor es Probleme im Zusammenleben mit unseren Hunden gibt
Wenn wir uns informieren und Unterstützung holen, bevor Problemverhalten entsteht, dann wird das Zusammenleben mit unserem Hund auf die Dauer viel entspannter sein. Von Anfang an möglichst viel richtig zu machen ist deutlich nervenschonender, finanziell günstiger und beziehungsfördernder, als zu warten, bis aus störendem Verhalten Problemverhalten wird. Deshalb bin ich froh über jede Kundin, jeden Kunden, die oder der sich bei mir meldet, um von Anfang an gut informiert und gut beraten das Zusammenleben mit ihrem bzw. seinem Hund sinnvoll zu gestalten.
Wenn ich schon wieder eine der gefühlt tausenden Routineaufgaben im Alltag erledige - kochen, putzen, Wäsche waschen, Mülltonne an die Straße stellen, Hundefutter kochen, ... - kommt mir immer wieder der Gedanke in den Sinn "Schon wieder eine Woche vergangen" (oder welche x-beliebige Zeit eben zwischen diesen Routineaufgaben liegt). Und irgendwie entsteht bei mir dann manchmal das Gefühl, dass mir meine Lebenszeit durch die Finger rinnt.
Hast du dieses Gefühl auch schon mal gehabt? Dann schreib' mir gerne eine Nachricht, und erzähl' mir, wie du damit umgehst.
Die einzigen Routinen, die mir in meinem bisherigen Leben noch nie langweilig, überflüssig, nervig oder zeitraubend vorgekommen sind, sind die unzähligen Spaziergänge mit meinen Hunden.
"Da muss der Hund durch" ist ein Satz, den ich immer wieder, gerade im Umgang mit unsicheren oder ängstlichen Hunden, zu hören bekomme. Im Juli war er mal wieder besonders präsent, weshalb ich meine Meinung dazu in diesem Instagram-Reel festgehalten habe.

Meine klare Meinung dazu: außer bei medizinischen Notfällen gibt es kaum Situationen, die diesen Satz rechtfertigen. Unsere Aufgabe ist es, unsere Hunde zu unterstützen und sie nicht mit ihren Unsicherheiten oder Ängsten alleine zu lassen.
Meine Hunde sind alt geworden. Ich merke es nicht nur daran, dass sie graue Schnauzen haben, (fast) taub sind, mehr schlafen oder nicht mehr so standfest sind. Vielmehr merke ich es daran, dass manchmal der eine Hund und oft der andere Hund, nicht mehr gerne weit spazierengehen mag. Das kann sich allerdings auch innerhalb von Stunden ändern. Dann sind die Hunde wie ausgewechselt, laufen freudig und hochmotiviert flott mit mir sechs oder sieben Kilometer am Stück, schnuppern intensiv, markieren fleißig und rennen zwischendurch kleine Sprints, sodass mir die Puste ausgeht.
Deshalb versuche ich es einfach so zu nehmen, wie es kommt. Wenn sie lange unterwegs sein wollen, dann sind wir lange unterwegs. Wenn es nur kurz sein soll, dann ist es halt nur kurz. Und meist ist der Wunsch des einen Hundes eine kurze Strecke und des anderen Hundes eine lange Strecke. Und dann versuche ich auch das weitestgehend möglich zu machen.

Was zählt, ist der Moment der Nähe, der Verbundenheit, des Sich-aufeinander-Einlassens. Und das Anerkennen der Bedürfnisse des anderen.
Die Wetterkapriolen gingen im Juli weiter. Es gab Abende, wo ich in dicker Wolljacke auf dem Sofa saß und morgens beim Hundespaziergang gerne Handschuhe angezogen hätte. Und dann gab es Tage, an denen wir kaum einen Schritt vor die Tür gemacht haben, weil uns allen viel zu heiß war.
Dazu viel zu wenig Regen und immer wieder kräftiger Wind, der die Böden noch zusätzlich ausgetrocknet hat.
Oben schreibe ich noch, dass wir geduldiger mit unseren Hunden sein dürfen. Und selbst fehlt mir diese Geduld manchmal - gerade bei Projekten, die ich schon lange in meinem Kopf bzw. vor meinem inneren Auge habe. Ein solches Projekt ist ein kostenloser Wegbegleiter für Menschen, bei denen bald ein Hund aus dem Tierschutz einzieht oder gerade eingezogen ist und die von Anfang an eine gute Basis für das gemeinsame Zusammenleben schaffen wollen.
In meinem Kopf ist schon alles ganz klar. Ein erster Entwurf steht auch schon. Aber bis das alles fertig ist, braucht es im Hintergrund noch so viele Schritte: den Entwurf inhaltlich und gestalterisch fertig stellen, eine eigene Seite dafür erstellen, E-Mails vorbereiten, die es begleitend dazu geben wird und dann natürlich bekannt machen, dass es diesen Wegbegleiter gibt.
So sehr ich mir auch wünsche, dass diese Projekt endlich Form annimmt, so sehr weiß ich auch, dass ich bewusst andere Prioritäten setze, weil meine Hunde, meine Kund*innentermine, mein Garten und auch der Alltag vorgehen. Und dann stelle ich immer wieder fest: auch mein Tag hat nur 24 Stunden.
Deshalb sollte ich mir meinen Rat an meine Kund*innen "Sei geduldiger mit deinem Hund" wohl auch mehr zu Herzen nehmen.
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Moin, ich bin Johanna - Hundetrainerin und Hundeverhaltenstherapeutin aus Leidenschaft.
Seit 2017 helfe ich Menschen dabei, ihren Hund und sein Verhalten richtig zu verstehen und mit ihrem Hund zu einem echten Team zusammenzuwachsen.
Bei mir sind alle Menschen und ihre Hunde willkommen - unabhängig von Alter, Herkunft oder Vorgeschichte.
Problemverhalten bei Hunden geht oft einher mit massivem Stress. Und Stress wiederum bedingt oder verstärkt Problemverhalten.
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Die Hundetrainerin Fleischmann
Johanna Fleischmann
• Online-Coaching für Mensch mit Hund
• Mobile Hundeschule zwischen Flensburg, Heide, Husum und Schleswig
• Gruppen und Kursangebote bei Winnert